Fischerei/Aquakultur
Kurzbeschreibung

Entwicklung von umweltverträglichen Methoden zur Suche, Bergung und Verwertung von verlorenem Fischereigerät an der deutschen Ostseeküste. Das WWF Projektbüro Ostsee in Stralsund arbeitet seit 2014 mit Tauchern, Fischern und Behörden zusammen, um verlorenes Fischereigerät aufzuspüren und, wenn ökologisch verträglich machbar, vom Ostseegrund zu entfernen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die fachgerechte und umweltverträgliche Entsorgung von geborgenem Fischereigerät, insbesondere von Altlasten.

Ergebnisse

Der WWF hat eine Methodik zur umweltschonenden Suche von verlorenem Fischereigerät, inklusive Altlasten, mit Sonartechnik auf die Ostsee adaptiert, die seit vielen Jahren erfolgreich im Puget Sound (USA) eingesetzt wird. Die Bergung erfolgt mit Kutter und Winde unter mithilfe von professionellen Tauchteams, die die Netze anhaken.

Ein Recycling von aus der Ostsee geborgenen Netzen hat sich als nicht durchführbar erwiesen. Die Verunreinigungen mit Sediment und die Belastung mit Blei aus Stellnetz-Sinkleinen sind zu hoch, um die Rückführung in den Materialkreislauf sinnvoll zu ermöglichen. Für die Verwertung müssen Geisternetze in die Bestandteile zerlegt und zerkleinert werden. Bleileinen aus Stellnetzen müssen auch für eine thermische Verwertung in bestehenden Anlagen entfernt werden. Die Firma Brockmann Recycling in Nützen bietet an, Netze händisch für die thermische Verwertung aufzubereiten.

Seit September 2019 geht die Suche, Bergung und Entsorgung von verlorenem Fischereigerät in die politische Umsetzungsphase. Der WWF hat ein Eckpunktepapier mit Empfehlungen und notwendigen Maßnahmen zur Reduzierung der Belastung der deutschen Meeresgebiete mit Geisternetzen auf einem Spitzentreffen in Sassnitz am 30.09.2019 vorgestellt, das von den Landes- und Bundesbehörden weiterentwickelt wird. Dadurch soll die Verstetigung der Netzsuche erreicht werden, die Finanzierung von Reinigungsaktionen auf See durch Fischer sichergestellt werden, und das Entfernen von Altlasten vorangetrieben werden. Langfristig zahlt dies auf die Verbesserung des guten ökologischen Zustands von Nord- und Ostsee im Sinne der MSRL ein.

Beteiligte Mitgliedsorganisationen des Runden Tisches Meeresmüll
Ansprechpartner
Andrea
Stolte
andrea.stolte@wwf.de
Jochen
Lamp
jochen.lamp@wwf.de